Žďár nad Sázavou
- Klassifizierung
- Schloss
- Land
- Tschechien
- Region
- Žďár nad Sázavou
- Adresse
- Zámek 8, 591 02 Žďár nad Sázavou
Das Zisterzienserkloster in Žďár nad Sázavou (Saar an der Sazau) wurde 1252 von Boček von Zbraslav gegründet. Während der Hussitenkriege wurde das Kloster geplündert. 1458 wurde das Kloster Eigentum König Jiřís von Kunštát und Podiebrad, der während seiner Herrschaft (1458–1471) um die Wiederherstellung des verwüsteten Areals bemüht war. Anfang des 17. Jahrhunderts wurde das Kloster mitsamt seinen Gütern persönliches Eigentum des Kardinals František Dietrichstein, der das Kloster 1614 aufhob und die Prälatur in den Jahren 1614–1616 zu einem Schloss umbauen ließ. Als zweiter Gründer des Klosters gilt der Velehrader Abt Jan Greifenfels von Pilsenburg, der 1638 den ehemaligen Klosterbesitz einlöste und ein Jahr später die Zisterzienser wieder ins Kloster einführte. Seine größte Blüte erlebte das Kloster unter Abt Václav Vejmluva in den Jahren 1705–1738. Abt Vejmluva ließ im Klosterkomplex unter Leitung des Architekten Jan Blažej Santini-Aichel umfangreiche Umbauten und Neubauten im Stil der Barockgotik durchführen. Er ließ die Prälatur großzügig zu einem mächtigen, im Grunde schlossartigen vierflügeligen Objekt mit angrenzend einem französischen Garten umbauen und erweitern. Der unmittelbare Anlass für die Aufhebung des Klosters war ein absichtlich gelegter verheerender Brand im Juli 1784. Der letzte Abt Otto Steinbach von Kranichstein bat selbst Joseph II. um die Aufhebung des Klosters, die durch kaiserlichen Entscheid vom 13. Oktober 1784 erfolgte. Nach der Aufhebung des Klosters wurde der Mährische Religionsfonds Eigentümer des Besitzes, und 1826 erwarb der Oberstlandmarschall des Königreichs Böhmen, Graf Josef Vratislav von Mitrovic, das Areal in einer öffentlichen Versteigerung. 1930 wurde das Schloss Eigentum der Chlumec-Linie der Familie Kinský. Eigentümerin wurde Eleonora Kinská, geb. Clam-Gallasová (1887–1967). Den Kinskýs wurde das Schloss Žďár nad Sázavou mit seinem gesamten Gut 1948 verstaatlicht. Später wurde darin ein weltweit einzigartiges Buchmuseum (eine Ausstellung des Nationalmuseums) untergebracht, das dort bis 2015 blieb. Im Komplex begann auch das Bezirksmuseum (jetzt in der Stadt ansässig) und das Bezirksarchiv tätig zu werden. 1992 wurde das Gut im Rahmen der Restitution dem Sohn von Eleonora Kinská, Radslav Kinský (1928–2008), zurückgegeben. Heutige Eigentümer des Schlosses sind seine Söhne Charles Nicolas und Constantin Kinský. Die Schlossanlage ist ganzjährig für die Öffentlichkeit zugänglich und beherbergt die Dauerausstellung „Barockmalerei und -bildhauerei" aus den Sammlungen der Nationalgalerie in Prag, eine Exposition über das Leben des Architekten Jan Blažej Santini-Aichel, die Galerie Kinský und ein Next-Generation-Museum, das einen außergewöhnlichen Einblick in die Geschichte des Žďárer Schlosses durch Erlebnisausstellungen bietet.
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