Vilémov
- Klassifizierung
- Schloss
- Land
- Tschechien
- Region
- Havlíčkův Brod
- Adresse
- Zámek Vilémov, 582 83 Vilémov u Golčova Jeníkova
Der Marktflecken Vilémov liegt am Fuße des Eisengebirges (Železné hory) am Bächlein Hostačovka, nahe dem Regionalzentrum Golčův Jeníkov. Er besteht aus zwei Siedlungseinheiten – dem eigentlichen Vilémov und Klášter (Kloster). Im ersten Viertel des 12. Jahrhunderts wurde an diesem Ort ein Benediktinerkloster gegründet, das 1421 von den Hussiten zerstört wurde. Auf den Trümmern des Klosters errichtete Beneš Beneda von Nečtin nach 1577 eine einstöckige Renaissancefeste. Ende des 17. Jahrhunderts wurde sie barock umgebaut, und sein Nachfolger erweiterte sie in den Jahren 1756–1765 nach dem Architekturentwurf von Jan Josef Wirch um einen mächtigen zweigeschossigen Mittelrisalit (Querflügel), der in einen sechseckigen Ehrenhof mündet. Das Schloss wurde um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert zur Zuflucht des Organisten und Komponisten Matěj Sojka (1740–1817); 1809–1810 diente es als Militärlazarett. Nach dem Tod des letzten männlichen Angehörigen der Familie Carretto-Millesimo fiel Vilémov 1852 an Josef Eckmühl Reiský von Dubnice. Seine Nachkommen waren im Laufe des 20. Jahrhunderts mit allen historischen Turbulenzen konfrontiert: 1942 konfiszierten die Nazis das Schloss und sein Zubehör; nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges waren dort eine Zeit lang Soldaten des sowjetischen Marschalls Malinowski einquartiert. Erst nach ihrem Abzug konnte der Enkel Václavs, Alfréd Reiský, das Schloss zurückübernehmen – jedoch nur für kurze Zeit. Im Mai 1948 entzog der tschechoslowakische Staat der Familie Reiský ihr Eigentum, und die Familie emigrierte in die USA. Das Schloss wurde Sitz einer Bezirks-Mittelschule; danach wurde die Oberstufe einer Grundschule im allmählich verödenden Komplex untergebracht. Im Rahmen des Restitutionsverfahrens wurde das verwüstete Schloss dem Politikwissenschaftler Prof. Vladimír Reiský zurückgegeben, der das Schloss restaurierte und darin die Bibliothek der europäischen Integration und ein Sprachzentrum einrichtete, die mehrere Jahre in den Schlossräumen ansässig waren. Das Schloss bleibt ein bedeutendes Kulturzentrum der Region Vysočina.
Matěj Baťha (CC BY-SA 2.5) · CC BY-SA 2.5

