Velké Meziříčí

Velké Meziříčí

Klassifizierung
Schloss
Land
Tschechien
Region
Žďár nad Sázavou
Adresse
Zámecké schody 1200/4, 594 01 Velké Meziříčí

Das Schloss Velké Meziříčí liegt 32 Kilometer östlich von Jihlava (Iglau) und erhielt seine heutige Gestalt Ende des 19. Jahrhunderts. Es steht seit 1958 unter Denkmalschutz und ist seit 1970 in der Liste der Kulturdenkmäler eingetragen. Das Schloss Velké Meziříčí entstand durch zahlreiche Umbauten der ursprünglichen spätromanischen Burg aus dem 13. Jahrhundert, die das Geschlecht der Herren von Lomnice hier errichten ließ. Die Burg ist mittelbar bereits für das Jahr 1236 bezeugt, als Budislav von Meziříčí, Angehöriger eines bedeutenden mährischen Geschlechts mit dem Flügel als Wappenzeichen, als Zeuge erscheint. Die erste unmittelbar belegte Nachricht über die Burg stammt aus dem Jahr 1377. Die Herren von Lomnice hielten Meziříčí bis zum Ende des 14. Jahrhunderts, als Lacek von Kravař Burg und Gut von ihnen erwarb und die Burg ausbaute, um ihren Widerstand gegen Angriffe zu erhöhen. Nach seinem Tod 1416 ging das Gut auf den Plumlov- und dann auf den Strážnicker Zweig seiner Familie über. Im 16. Jahrhundert gehörte die Burg Meziříčí kurzzeitig den Pernštejns (1528–1552), die den Umbau der mittelalterlichen Burg zu einem komfortableren schlossartigen Sitz einleiteten. Die Vollendung des Renaissanceumbaus wird auf das Jahr 1578 datiert, unter Alena Meziříčská von Lomnice (1540–1610). Nach den Berks von Dubá und den Grafen von Kaunitz wurde Meziříčí Sitz des ursprünglich spanischen Adelsgeschlechts Ugarte, unter dessen Herrschaft ein großer Stadtbrand das Stadtbild veränderte und das Schloss daraufhin im Barockstil unter Beteiligung des Architekten Václav Špaček umgebaut wurde (1733). Die Finanzschwierigkeiten der Ugartes führten 1735 zum Verkauf des Gutes Meziříčí an Herzog Leopold von Schleswig-Holstein, nach dessen Tod Meziříčí über die weibliche Linie an die Liechtensteins und später an die Lobkowicz überging. Rudolf Lobkowicz (1840–1908), k.k. Feldmarschallleutnant, ließ das Schloss im damals modischen neugotischen Stil umgestalten und gab damit der gesamten Anlage ihre heutige Gestalt. Nach seinem Tod erbte sein Neffe Franz Maria Alfred Graf Harrach (1870–1937) Meziříčí. Dieser empfing 1909 im Schloss Kaiser Franz Joseph I. und Wilhelm II. sowie Erzherzog Franz Ferdinand d'Este. Im Zusammenhang mit diesem Besuch wurde das Schloss elektrifiziert. Nach seinem Tod erbte seine Tochter Josefa, verehelichte Podstatzká-Lichtenstein (1905–2000), das Schloss. Sie bekannte sich zur tschechischen Nationalität, sodass ihr das Schloss erst nach 1948 konfisziert wurde; im Restitutionsverfahren erhielt sie es 1995 jedoch zurück. Das Schloss gehört jetzt Jan Nepomuk Podstatzky-Lichtenstein (*1937) und seinen Söhnen. Ein Teil der Schlossräume wird vom Museum Velké Meziříčí genutzt und ist so im Rahmen von Führungen für die Öffentlichkeit zugänglich.

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