Štáblovice

Štáblovice

Klassifizierung
Schloss
Land
Tschechien
Region
Opava
Adresse
Štáblovice č.p. 64, 747 82 Štáblovice

Die Gemeinde Štáblovice liegt 10 km südwestlich von Opava (Troppau). Sie gehörte zum Lehnssystem der Olmützer Bischöfe, die sie verschiedenen Adeligen zu Lehen gaben. Erstmals erwähnt wird sie 1312, als Mikuláš von Štáblovice hier residierte. Das Prädikat deutet darauf hin, dass sein Geschlecht direkt in der Ortschaft wohnte und belegt damit die Existenz irgendeiner Residenz. Erst Ende des 15. Jahrhunderts wurde unter den Herren von Kovalovice im südlichen Ortsteil eine von einem Wassergraben und Wall umgebene Feste angelegt. Ihre Bausubstanz ist Teil des Ostflügels des heutigen Schlosses. Sie diente den Herren von Žďár und den Vlks von Konecchlumí; der neue Eigentümer Kašpar Rotmberk von Ketře (†1608) veranlasste eine axiale Erweiterung der Feste nach Norden und Süden. Er ließ zudem die benachbarte Kirche St. Laurentius im Renaissancestil umgestalten und richtete dort die Familiengrablege ein. Nach der Konfiszierung von Štáblovice zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges wurde der Sitz 1649 als wüst und reparaturbedürftig verzeichnet. Die grundlegenden Reparaturen ließ der neue Inhaber, der oberste Militärkommandant der Stadt Olmütz, Jan Lescourant, durchführen. Unter seinem Nachkommen Karel František wurde die Renaissancefeste in den 1730er und 1740er Jahren im Barockstil umgebaut: Es entstanden zwei rechtwinklige Anbauten in Richtung des Gartens, die spätere Inhaber, die Freiherren Sobek von Kornice, zum heutigen Grundriss und Umfang erweiterten. Als Folge der Aufhebung der Patrimonialverwaltung 1850 wurden die herrschaftlichen Gebäude zugunsten einer Parkgestaltung abgebrochen, und auch die Innenräume erfuhren kleinere Veränderungen. Der Zweite Weltkrieg hinterließ durch die Beschädigung der Nordostecke und die Zerstörung der Schlosskapelle negative Spuren. Ab 1945 war der tschechoslowakische Staat und der Ortsnationalausschuss Eigentümer, der in den 1960er Jahren im ersten Obergeschoss einen Gesellschaftssaal einrichtete. Danach gehörte das Schloss dem Schlesischen Museum in Opava, das es als Depot nutzte, aber die Pflege vernachlässigte, sodass sich der bautechnische Zustand verschlechterte – eine Lage, die sich nach dem Verkauf des Schlosses an ein privates Unternehmen noch verschärfte. Erst 2001 erwarb Kamil Kolek das Schloss und führte in den folgenden zehn Jahren eine Generalrestaurierung durch. 2021 wurde es feierlich für die Öffentlichkeit eröffnet. Besucher erwartet ein touristischer Rundgang, ein Café und ein frei zugänglicher Schlosspark.

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