Dobříš

Dobříš

Klassifizierung
Schloss
Land
Tschechien
Region
Příbram
Adresse
263 01 Dobříš č. 1

Das Rokoko-Schloss im mittelböhmischen Städtchen Dobříš ist ein ausgedehnter dreiflügeliger Bau mit einem französischen und einem weitläufigen englischen Landschaftspark. Schloss und Park stehen seit 1965 auf der Liste der unbeweglichen Kulturdenkmäler der Tschechischen Republik. Dem heutigen Schloss ging das Jagdschlösschen Vargač voraus, das im 14. Jahrhundert von Johann von Luxemburg oberhalb des nahe gelegenen Huťský-Teiches gegründet wurde. Im Jahr 1630 erwarb es Graf Bruno von Mansfeld und Heldrunck, dessen Nachkommen es bis 1780 besaßen. Im Jahr 1720 brannte das Schloss jedoch ab und wurde bei der anschließenden Wiederherstellung in einen Getreidespeicher umgewandelt. Das neue Schloss an der Stelle des nahe gelegenen alten Herrensitzes begann wahrscheinlich František Maxmilián Mansfeld im dritten Viertel des 17. Jahrhunderts zu erbauen. Der nächste Eigentümer, Karel František Adam Antonín Mansfeld, ließ das Schloss zu Beginn des 18. Jahrhunderts nach Entwürfen des Architekten František Maxmilián Kaňka umgestalten. Seine endgültige Gestalt erhielt das Schloss unter Jindřich Pavel František Mansfeld, der das ursprüngliche, durch Feuer beschädigte Barockgebäude in den Jahren 1745–1765 zu einer prunkvollen Rokokoresidenz umbauen ließ. Der Umbau erfolgte nach Entwürfen des französischen Architekten Jules Robert de Cotte des Jüngeren. Für die Ausgestaltung der Schlossinterieurs zeichneten vor allem der Stuckateur Giovanni Niccolo Servandoni, der Bildhauer František Ignác Platzer und der Maler Jan Petr Molitor verantwortlich. Der französische Park, der zur Umgestaltung des Schlossumfelds gehörte, wurde später um 1800 durch einen englischen Landschaftspark erweitert. Als 1780 das Geschlecht der Mansfeld im Mannesstamm ausstarb, übernahm Marie Isabela Mansfeldová das Gut Dobříš. Sie hatte sich 1771 mit Fürst František Gundakar Colloredo vermählt und wurde damit zur Mitbegründerin des heutigen Hauses Colloredo-Mansfeld. Schloss Dobříš befand sich fast bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts im Besitz der Adelsfamilie Colloredo-Mannsfeld. Im Jahr 1942 wurde das Schloss zugunsten des Deutschen Reiches enteignet. Im Jahr 1945 folgte die Beschlagnahmung durch den tschechoslowakischen Staat, und von dieser Zeit bis in die 1990er Jahre diente es als Schriftstellerheim unter der Schirmherrschaft des Verbandes tschechoslowakischer Schriftsteller. Im Jahr 1998 wurde es den Nachkommen der früheren Eigentümer, der Familie Colloredo-Mansfeld, physisch zurückgegeben. Der heutige Eigentümer des Schlosses ist Dipl. Ing. Jerome Colloredo-Mannsfeld (*1949). Schloss Dobříš und seine Parks sind ganzjährig geöffnet. Das Schloss bietet mehrere Besichtigungsrundgänge. Die hiesigen Stallungen werden für Hochzeiten genutzt; im Spiegelsaal finden ebenfalls Hochzeitszeremonien, Konzerte und weitere kulturelle Veranstaltungen statt. Im Nordflügel des Schlossgebäudes ist seit 2006 ein Vier-Sterne-Hotel untergebracht. Zum Anwesen gehört auch das Schlossrestaurant. Im Jahr 2020 wurde nach mehrjähriger Arbeit eine umfangreiche Restaurierung des französischen Parks und der Orangerie abgeschlossen — mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union.

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